Durch ehrenamtliche Hilfe selbstbewusst in Richtung Matura unterwegs – Interview mit Aysun Turan

Aysun Turan mit Sohn Cem

FWZ: Frau Turan, Sie sind für mich ein Beispiel dafür, dass die Unterstützung durch Freiwillige eine ganz besondere Qualität haben kann. Sie hatten sich im November 2011 im Freiwilligenzentrum gemeldet und um eine Lernhilfe angesucht. Sie erzählten mir, dass Sie am WIFI Salzburg die Matura machen wollten und dass Sie eine ehrenamtliche Hilfe für Ihr erstes Fach, nämlich Mathematik, benötigten, da eine bezahlte Nachhilfe für Sie als Alleinerzieherin nicht so leicht finanzierbar wäre. Und es war dann wirklich ein glücklicher Zufall, dass ein bereits sehr erfahrener Freiwilliger, nämlich Herr Dr. Burgstaller, der schon mit einigen SchülerInnen Mathematik gelernt hatte, Zeit hatte, diese Aufgabe zu übernehmen.

Aysun Turan: Für mich war das eine ganz tolle Erfahrung, dass mir hier ohne jede Vorbedingung geholfen wurde! Ich war überrascht, dass ich nicht erst viele Fragen nach meiner Herkunft oder Religion beantworten musste, sondern für die Vermittlung einer unentgeltlichen Hilfe genügte es, dass ich eine Alleinerziehende war, die sich entschieden hatte, auf dem zweiten Bildungsweg die Matura zu schaffen.

FWZ: Wie kamen Sie zu dieser Entscheidung, als Erwachsene quasi nochmals die Schulbank drücken zu wollen?

 

Weiterlesen …

FreiwilligenkoordinatorInnen im Gespräch – Brigitte Leister, Diakoniewerk Salzburg

 

Brigitte Leister ist Freiwilligenkoordinatorin für das Sprachtraining im Freiwilligennetz, einem Angebot des Diakoniewerks im Auftrag des Landes und der Stadt Salzburg. Es bietet AsylwerberInnen und MigrantInnen die Möglichkeit, die deutsche Sprache zu erlernen bzw. zu vertiefen. Dabei nehmen sich Freiwillige zwei Stunden pro Woche Zeit, um mit AsylwerberInnen und Asylberechtigten Deutsch zu üben. Im Interview berichtet Brigitte Leister über die Entwicklung des Sprachtrainings und ihre Arbeit als Koordinatorin.

FWZ: Frau Leister, Sie waren maßgeblich am Aufbau des Sprachtrainings beteiligt und haben so alles von Beginn an miterlebt. Wie ist es zum Start dieses Projektes gekommen?

 

Weiterlesen …

Eine Freiwilligenkarriere - Interview mit Stefan Gaßner, Arbeiter-Samariterbund

Interview mit Stefan Gaßner, Arbeiter-Samariter-Bund-Österreichs, Landesgruppe Salzburg

FWZ: Herr Gaßner, Sie sind 31 Jahre alt und als Freiwilliger beim Samariterbund in der Landesgruppe Salzburg engagiert. Aus meiner Sicht bietet der Samariterbund aufgrund der vielen Schulungsangebote, für die freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine gute Möglichkeit für eine Freiwilligenkarriere. Durch den Fahrtendienst, die Rettungs-, Kranken- und Behindertentransporte ist der Samariterbund ja auch optisch sehr präsent. Die Einsatzfahrzeuge der Samariter gehören hier in Salzburg zum täglichen Straßenbild.

Der Samariterbund bietet zudem Katastrophenhilfeleistungen im In- und Ausland an.

Herr Gassner, Sie können uns einiges über die Katastrophenhilfe und ihre Einsätze im Ausland erzählen.

Vorab wollte ich Sie aber fragen, wie Sie dazu gekommen sind, sich in Ihrer Freizeit ehrenamtlich zu engagieren und wie das für Sie alles begann.

Weiterlesen …

Freiwillige im Gespräch - Interview mit Thomas Heuer – Projekt „Generation 55+“

Lehrer und "Do it yourself Handwerker"

FWZ: Herr Prof. Heuer, Sie sind zu Beginn dieses Jahres auf das Projekt „Generation 55+ Freiwilligenarbeit in der nachberuflichen Phase“ aufmerksam geworden und es freut mich, dass Sie bereit sind, unseren LeserInnen etwas über Ihre Erfahrungen als Freiwilliger zu erzählen!

Weiterlesen …

FreiwilligenkoordinatorInnen im Gespräch – Irmgard Miksche-Schelnhammer, Caritas Salzburg

Frau Miksche-Schelnhammer, Sie arbeiten in einem relativ neuen Projekt der Caritas Salzburg, würden Sie uns das bitte kurz beschreiben und uns Ihren Aufgabenbereich skizzieren?

 

Das Projekt heißt Betreutes Wohnen, kurz BEWO und Stützpunktwohnen Obermoos und wurde Anfang Dezember 2016 eröffnet.

Was genau versteht man unter Stützpunktwohnen?

Die Idee ist, dass Menschen aller Altersgruppen mit psychischer Beeinträchtigung ein selbstständiges Wohnen ermöglicht werden soll. Integriert in eine Wohnanlage werden barrierefreie Wohnungen zur Verfügung gestellt. Als begleitende Maßnahme dient ein Betreuungsstützpunkt,  der aus einem Büro und einem Gemeinschaftsraum mit integrierter Gemeinschaftsküche besteht.

 

Weiterlesen …

FreiwilligenkoordinatorInnen im Gespräch - DGKS Michaela Wallmann, Diakoniewerk Salzburg

Interesse an der Lebenswelt von Seniorinnen

Interview mit DGKS Michaela Wallmann

Bewohnerservice Salzburg Süd, Freiwilligen-Netzwerke Süd

 

Frau Wallmann, es freut mich, dass wir die Reihe FreiwilligenkoordinatorInnen im Gespräch heute mit Ihnen fortsetzen dürfen. Sie sind ja schon sehr lange beim Diakoniewerk Salzburg tätig, wie war Ihr beruflicher Werdegang und seit wann sind Sie Freiwilligenkoordinatorin?

Beruflich bin ich Diplomkrankenschwester und seit zwanzig Jahren beim Diakoniewerk in der Seniorenarbeit tätig. Ich leite das Bewohnerservice Salzburg-Süd und koordiniere das Freiwilligennetzwerk Süd, das mittlerweile seit sechs Jahren besteht. Dieser kostenlose Besuchsdienst von Stadt Salzburg und Diakoniewerk richtet sich an SeniorInnen, die gerne Besuch bekommen, und an Menschen, die einen freiwilligen Besuchsdienst übernehmen möchten.

Mittlerweile gibt es drei Freiwilligen-Netzwerke, Nord, West und Süd, die für die Koordinierung der Besuchsdienste im Privathaushalt zuständig sind. Das Angebot besteht daran, dass Freiwillige regelmäßig, etwa einmal pro Woche, einen alten Menschen zu Hause besuchen. Miteinander plaudern, vorlesen, spazieren gehen oder zum Beispiel die Begleitung zum Arzt oder zum Einkauf können dabei auf dem Programm stehen.

Worin genau besteht die Aufgabe für Sie als Freiwilligenkoordinatorin?

In erster Linie geht es um das Matching, das heißt, ich besuche die SeniorInnen vorab zu Hause, um sie kennenzulernen und ihnen das Angebot des Besuchsdienstes genauer vorzustellen. Dabei kann ich auch Fragen zu diversen anderen Unterstützungsangeboten für SeniorInnen beantworten. Ja und dann gilt es, die passende oder den passenden Freiwilligen für den Besuchsdienst zu finden.

 

Weiterlesen …

FreiwilligenkoordinatorInnen im Gespräch - Mag.a Barbara Freiszmuth, GenerationenLernen

Mag.a Barbara Freiszmuth

Die Kunst des Matching

Frau Freiszmuth, es freut mich, dass Sie uns in diesem Interview etwas über die Kunst des Matching erzählen werden. Sie arbeiten bei der Salzburger Einstieg - Bildung Beratung Qualifizierung GmbH und sind die Freiwilligenkoordinatorin für das GenerationenLernen,  was genau steht hinter diesem Angebot?

Das ehrenamtliche Lern-Mentoring will Kinder und junge Menschen mit Zuwanderungshintergrund, die einen erhöhten Bedarf an Lernhilfe haben, unterstützen. GenerationenLernen besteht mittlerweile seit über zehn Jahren. Es bietet diese Lernbegleitung für Kinder ab sechs Jahren, für Jugendliche und für junge Erwachsene bis 21 Jahren an. Unsere Standorte sind in der Stadt Salzburg, in Grödig und in Hallein. Die freiwilligen Mentorinnen und Mentoren treffen sich mit ihren Mentees, so nennen wir die Schülerinnen und Schüler, einmal pro Woche zum Lernen.

 

 

Weiterlesen …

FreiwilligenkoordinatorInnen im Gespräch - Bettina Gruber, Hilfswerk

„Vertraue auf die Potentiale der Freiwilligen“

Frau Gruber, es freut mich, dass Sie unseren LeserInnen in diesem Gespräch von Ihren Erfahrungen mit der Koordinierung von Freiwilligen im Hilfswerk Nachbarschafts.Treff STADTWERK in der Stadt Salzburg erzählen werden. Sagen Sie uns bitte vorab ein paar Stichworte zu Ihrer Person? Kommen Sie aus Salzburg?

Ja, ich bin Stadt-Salzburgerin, habe aber auch fünf Jahre in der Türkei gelebt. Da hatte ich die Möglichkeit, einen internationalen Kindergarten zu gründen, in dem Deutsch, Englisch und Türkisch gesprochen wurde. Diese Zeit hat mich sicher geprägt und so bin ich seit fünfzehn Jahren nebenberuflich im interkulturellen Bereich als Referentin und mit interkulturellen Projekten beschäftigt. Im Stadtwerk arbeite ich mittlerweile seit 2013.

Was genau bietet der Hilfswerk Nachbarschafts.Treff STADTWERK an?

Weiterlesen …

Portrait Christoph Donnerbauer - Scrabble und Fußball als Lernhilfe

Die Lernbrücke des Diakoniewerks unterstützt Kinder aus Familien, in denen Geld, Zeit oder Platz zum Lernen nicht ausreichen. Der Salzburger Christoph Donnerbauer ist einer von rund 25 freiwilligen LernbegleiterInnen – und das seit fünf Semestern.

Egal ob Deutsch, Englisch oder Mathematik – Christoph Donnerbauer hilft bei Lernschwierigkeiten in jedem Fach bis zur 8. Schulstufe. Der 54-Jährige ist seit über zwei Jahren als freiwilliger Lernbegleiter im Diakoniewerk aktiv und nimmt sich dafür während des Schuljahres jeden Freitag zwei Stunden Zeit. „Mir hat die Idee der Lernbrücke einfach gefallen, weil es um die Hilfe zur Selbsthilfe geht und das den Kindern nachhaltig wirklich etwas bringt“, erklärt der Vater von zwei inzwischen erwachsenen Söhnen.

 

 

Weiterlesen …

Freiwillige im Gespräch - Mag.a Daniela Fish-Cottogni

„Habe menschliche Werte in der Freiwilligenarbeit gesucht und gefunden!“


FWZ: Frau Fish-Cottogni, es freut mich, dass Sie und in Ihrer Begleitung Amir, sich heute für dieses Interview Zeit nehmen! Wie Sie mir erzählt haben, sind Sie ja beide zeitlich sehr eingeteilt. Würden Sie sich unseren Leserinnen und Lesern bitte kurz vorstellen?

Daniela Fish-Cottogni: Gerne, ich unterrichte am Musischen Gymnasium Sport, Tanz und Geografie. Im Bereich Tanz unterrichte ich an der Sport-Uni Fachdidaktik und die Übung „Gymnastik und Tanz“.

Amir: Ich komme aus Afghanistan, bin jetzt 19 Jahre alt und kam mit 16 Jahren ohne meine Familie nach Salzburg. Inzwischen wohne ich privat, davor war ich in einer WG des Vereins „menschen.leben“ und zwar im „Hayat Vogelweide“. Ich habe den Hauptschulabschluss gemacht und mache jetzt eine Lehre als Restaurantfachmann. Gleichzeitig besuche ich das Abendgymnasium.

FWZ: Das klingt nach einem vollen Terminkalender!

Frau Fish-Cottogni, Sie sind jetzt seit dem Frühjahr 2015 freiwillig engagiert und zwar in zwei recht unterschiedlichen Bereichen, Sie arbeiten einerseits mit Jugendlichen, andrerseits mit Seniorinnen und Senioren.

Daniela Fish-Cottogni: Im Seniorenheim biete ich Sitzgymnastik an mit Entspannungstechniken und Körperreisen. Nach dieser Stunde habe ich jedes Mal ein Glücksgefühl, da ich merke, dass dieses Angebot geschätzt wird und wir sehr viel lachen. Es macht allen Spaß und daher gehe ich sehr gerne hin.

FWZ: Um Bewegung geht es auch bei Ihrem Engagement für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, für die Sie Hip-Hop anbieten. Inzwischen gab es bereits mehrere Auftritte, und Amir, Sie waren schon von Anfang an mit dabei. War für Sie Tanzsport davor schon ein Thema?

Amir: Nein, Tanzen war für mich etwas ganz Neues, ich kannte das aus meiner Heimat nicht. Auch für die anderen Jugendlichen war das etwas Neues, das wir erst hier gelernt haben.

FWZ: Frau Fish-Cottogni, erzählen Sie uns bitte, wie Sie die Gruppe aufgebaut haben?

 

Weiterlesen …

Freiwillige im Gespräch - Mag.a Gertraud Kos

Freiwilligenarbeit als Training in Sachen Nächstenliebe!

Interviewerin: Frau Mag .a Kos, Sie sind pensionierte Pharmazeutin und nun bereits seit sieben Jahren freiwillig engagiert. Im Fachjargon ausgedrückt kann ich Sie damit als „Langzeit-Freiwillige“ bezeichnen. Sie sind in zwei Einrichtungen für SeniorInnen tätig und haben daher sehr viel Erfahrung als Besuchsdienst-Freiwillige. Wie kam es dazu? 

Gertraud Kos: Ich wurde damals im Jahr 2009 durch die Aktion „Salzburg liest vor“ auf das Freiwilligenzentrum aufmerksam und hatte mich für einen Vorlesedienst bei Ihnen gemeldet, da ich selbst sehr viel lese. Menschen vorzulesen, die selbst nicht mehr lesen können, erschien mir deshalb als eine sinnvolle Aufgabe, die ich gern einmal übernehmen wollte.

 

Weiterlesen …

Freiwillige im Gespräch - Peter Bachmaier, Freiwilliger im Hilfswerk Salzburg

Warum engagieren Sie sich freiwillig?

Es geht mir sowohl in materieller als auch in gesundheitlicher Hinsicht sehr gut. Dafür bin ich dankbar und möchte aus dieser Dankbarkeit heraus all jene Menschen unterstützen, die nicht dieses Glück haben. Gerade in Zeiten, in denen materielle Werte an erster Stelle stehen und das Streben nach persönlichem, schnellen Glück die Nächstenliebe, das Vertrauen und die Verantwortung unseren Mitmenschen gegenüber in den Hintergrund treten lassen, ist es unerlässlich, durch persönliches Engagement auf diese Defizite aufmerksam zu machen.

Wie sind Sie zu Ihrem Engagement beim Hilfswerk gekommen?

Ich komme ursprünglich aus Linz und hatte mich dort schon für das Rote Kreuz und Essen auf Rädern engagiert. Nach unserem Umzug in den Lungau sind wir durch ein Inserat auf das Hilfswerk aufmerksam geworden. Darin wurde ein Sachwalter gesucht. Diese Funktion habe ich dann übernommen. Und in der Folge hat es sich nach und nach ergeben, dass auch noch andere freiwillige Tätigkeiten dazu gekommen sind.

 

Weiterlesen …

Freiwillige im Gespräch - Helgas "Lesecafé"

Interviewerin: Welche freiwillige Tätigkeit üben Sie aus?

Helga Steger: Ich komme einmal in der Woche in das Haus für Senioren im Diakoniewerk Salzburg und versuche mit den BewohnerInnen zuerst ein bisschen ins Gespräch zu kommen. Es ist eine Gruppe, die regelmäßig kommt und dann lese ich aus einem Buch vor. Für die Bücher entscheiden wir uns immer gemeinsam. Im Moment haben wir einige BewohnerInnen in unserer Runde, die sehr musikbegeistert sind und daher haben wir jetzt schon mehrere Bücher über Musiker gelesen.

 

Weiterlesen …

Freiwillige im Gespräch - Interview mit Brigitte Wellisch-Strauss

„Zuhören und Zeit schenken“

Brigitte Wellisch-Strauss ist seit Juli 2015 als Freiwillige im Besuchsdienst des Diakoniewerks aktiv. Zwei bis drei Stunden nimmt sie sich seither pro Woche Zeit, um mit älteren Menschen im Haus für Senioren und im Tageszentrum Aigen zu singen, zu malen oder ihnen vorzulesen. Im Herbst begann die 54-jährige, die als „Personal Shopper für Salzburg“ selbstständig ist, den „Lehrgang für den freiwilligen Besuchsdienst“. Im Interview erklärt sie, warum ihr der Lehrgang nicht nur für den freiwilligen Einsatz hilfreich erscheint.

Weiterlesen …

Freiwillige im Gespräch - Interview mit Frau Dipl.-Ing. Corinna Neureiter

„Man sieht, dass man an etwas Großem beteiligt ist“

FWZ: Frau Neureiter, Sie sind seit 2012 als Freiwillige beim Samariterbund Salzburg engagiert, der vor allem für Fahrdienste für Kranke, für Menschen mit Behinderung, für Rettungstransporte und ähnliche Dienstleistungen sehr bekannt ist. Wie kam es dazu und was war Ihre Motivation für diese Mitarbeit?

Corinna Neureiter: Auf den Samariterbund Salzburg bin ich aufmerksam geworden, weil mein Freund seinen Zivildienst beim Samariterbund absolviert hat und danach als Freiwilliger eingetreten ist. Dadurch lernte ich die Gruppe der Freiwilligen kennen und schätzen.

Weiterlesen …