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8. Juni 2021

Was ein Blumenstrauß bewirken kann: Eine Studentin berichtet über ihren Einsatz beim Besuchsdienst

Wir haben uns mit Luise Abraham, der Gewinnerin von unserem Frühjahrs-Gewinnspiel 2021, im Mirabellgarten getroffen. Die 25-Jährige besucht regelmäßig eine Seniorin zum Plaudern und Kaffee trinken. Im Interview berichtet die Psychologiestudentin über Beweggründe für ihr freiwilliges Engagement und was sie dabei besonders erfüllt.

Wann entstand die Idee, dass Du dich freiwillig engagieren möchtest?

Als ich wegen meines Studiums nach Salzburg gezogen bin, wollte ich gerne etwas Sinnvolles in meiner Freizeit machen. Ich dachte mir, bevor ich Zuhause vor dem Fernseher sitze, möchte ich meine Zeit jemandem schenken, der sich darüber freut.
Schon in meiner Heimatstadt habe ich meine Großeltern oft und gerne im Seniorenheim besucht. Damals bemerkte ich, wie froh sie über meine Anwesenheit sind und wie sie jedes Mal strahlen. Gleichzeitig machte mich der Gedanke traurig, dass es viele Menschen gibt, die weder Freunde noch Familie haben und keinen Besuch bekommen. So entstand die Idee, mich für Menschen einzusetzen, die unter Alterseinsamkeit leiden.

Wie war das erste Treffen mit Frau M.?

In einem Erstgespräch in der Diakonie erzählte ich, was ich mir von meiner Freiwilligenarbeit wünsche. Kurze Zeit später wurde ein Treffen mit Frau M. organisiert, bei dem mich eine Freiwilligenkoordinatorin begleitete.
Frau M. und ich waren uns auf Anhieb sympathisch! Bereits in den ersten paar Minuten fanden wir viele Gemeinsamkeiten. Zum Beispiel hat Frau M. lange Zeit in meiner Heimatsstadt Regensburg gewohnt. Seither besuche ich sie einmal wöchentlich zum Plaudern und Kaffee trinken. Der Gesprächsstoff geht uns jedenfalls nie aus!

Was gefällt Dir am Besuchsdienst?

Ich finde es wunderbar, dass ich Frau M. glücklich mache. Sie bekommt leider nur selten Besuch, bräuchte aber Unterstützung beim Verlassen der Wohnung, um ihren Rollator über die Treppen zu tragen. Anfangs waren wir einige Male spazieren oder setzten uns in ihren Innenhof, nur um die frische Luft zu genießen.
Zu sehen, wie sich manche Menschen über vermeintliche Kleinigkeiten freuen, tut wirklich gut und erweitert den eigenen Horizont enorm. Leider gibt es weder staatliche Stellen, die solcherlei Aufgaben übernehmen, noch können sich manche Senior*innen den Lohn für eine Hilfskraft leisten. Umso schöner ist es dann, wenn man mit Zeitspenden und wenig Aufwand die Lebensqualität eines Mitmenschen bedeutend verbessern kann.  

Wie gestalten sich Eure Treffen?

Ab und zu bringe ich Frau M. einen Strauß Blumen, darüber freut sie sich immer ganz besonders. Meistens mache ich uns zuerst einen Kaffee. Dann setzen wir uns zusammen und plaudern. Frau M. erzählt mir sehr viel aus ihrem Leben. Manchmal erledige ich ein paar Wege für sie, zum Beispiel ein Rezept vom Arzt holen oder einkaufen gehen. Das kommt allerdings eher selten vor. Größtenteils tauschen wir uns aus und reden über Gott und die Welt.

Gibt es einen speziellen Moment, über den Du gerne berichten würdest?

Die Weihnachtsfeier der Diakonie hat uns sehr gefallen. Zunächst wurden alle Senior*innen, die den Besuchsdienst in Anspruch nehmen, von Zuhause abgeholt. Vor Ort gab es Kuchen, es wurden Geschichten vorgelesen und es wurde musiziert. Man hat richtig gemerkt, wie wohl sich die Pensionist*innen gefühlt haben. Insbesondere die Menschen, die ansonsten nur über wenige soziale Kontakte verfügen, haben das Beisammensein und das Gefühl, mal von Zuhause rauszukommen sehr genossen. Das war ein besonders schönes gemeinsames Erlebnis!

Inwiefern hat die Corona-Krise Deine Besuchsdienste verändert?

Da Frau M. zur Gruppe der Risikopatient*innen gehört, war mir nicht wohl bei dem Gedanken, sie zu treffen. Also rief ich sie an und erzählte ihr, dass ich mich etwas mulmig fühlte. Zuerst haben wir überlegt, ob wir uns vom Balkon aus unterhalten sollen. Dann entschieden wir uns aber dafür, einfach öfter miteinander zu telefonieren.
Mittlerweile rufe ich Frau M. häufig an, um mich zu erkundigen, wie es ihr geht. Es ist immer wieder großartig, voneinander zu hören, zu plaudern und zu wissen, dass man füreinander da ist!

Würdest Du Dich heute wieder für freiwilliges Engagement entscheiden?

Ja, bestimmt! Es macht mich einfach glücklich zu wissen, dass ich in meinem Leben nicht nur egoistisch handle, sondern auch etwas mache, um anderen Menschen zu helfen. Sich ehrenamtlich einzusetzen kann ich wirklich allen Interessierten ans Herz legen –  es eine wahre Bereicherung des eigenen Lebens.
Klar gab es während der Prüfungszeit auch Phasen, in denen ich anfangs dachte, dass ich momentan keine Zeit oder Lust auf den Besuchsdienst habe. Doch jedes Mal, als ich sah, wie sich Frau M. über meinen Besuch freute, fühlte ich mich hervorragend. Selbst wenn wir uns nur eine Stunde sehen, ist es immer wieder erfüllend.

Freust Du Dich schon auf deinen Kurzurlaub in Mattsee?

Ich habe ehrlichgesagt gar nicht damit gerechnet und freue mich umso mehr über den Gewinn! Da ich demnächst mit dem Schreiben meiner Masterarbeit beginnen werde, zwei Berufe ausübe und mich freiwillig engagiere, ist der Aufenthalt beim Seewirt in Mattsee eine willkommene Abwechslung. Gerade jetzt, wo man so lange kaum die Möglichkeit zur Freizeitgestaltung außerhalb der eigenen vier Wände hatte, bin ich froh, mal wieder etwas Neues zu erleben.
Ich finde es klasse, dass das Freiwilligenzentrum Salzburg mit dem Gewinnspiel so eine tolle Chance für Freiwillige bietet und bin schon gespannt auf das nächste Mal!

 

Sind auch Sie interessiert an freiwilligem Engagement? Stöbern Sie gerne auf unserer Freiwilligenbörse nach aktuellen Einsatzmöglichkeiten, die Ihren Interessen, Präferenzen und Talenten entsprechen.

 

Das Freiwilligenzentrum Salzburg bedankt sich herzlich beim Seewirt in Mattsee für die Kooperation und den tollen Preis!